Shibashi-Geschichte

Etwas zur Geschichte: Wie Shibashi in die Schweiz kam

Die Missionsbenediktinerin Eva-Maria Zwyer vom Haus St.Gertrud in Ettiswil musste für die Projekte der 3. Welt Geld organisieren, weiterleiten und kontrollieren. Durch diese Arbeit kam sie 1990 in Kontakt mit Sr. Mary John Mananzan, ebenfalls Missionsbenediktinerin in Manila. Sr. Mary John praktizierte damals Shibashi. Ihre Lehrerin war Sr. Marimil Lobregat, welche Shibashi bei einem chinesischen Meister gelernt hatte. Sr. Marimil ist heute 78 Jahre alt und praktiziert Shibashi mit einer unglaublichen Leichtigkeit und mit Begeisterung.

1994 und 1995 bot Eva-Maria Zwyer in Ettiswil je einen Einführungskurs und einen Übungstag mit Sr. Mary John an als «Bereicherung aus dem Osten». Dies waren die ersten Kurse in der Schweiz. An diesen Kursen nahmen auch Antoinette Brem und Barbara Lehner teil.

Wie es weiter ging

Antoinette Brem, Mitarbeiterin bei Fastenopfer von 1992 bis 2003, konnte ab 1995 über die Kanäle des Fastenopfers während der Fastenzeit das Shibashi-Programm in der Schweiz weiter aufbauen.
Sie und Barbara Lehner weilten seit 1991 regelmässig ein paar Wochen auf den Philippinen, u.a. um sich in die asiatische Spiritualität zu vertiefen und Shibashi bei Sr. Marimil und Sr. Mary John zu praktizieren. Im Jahre 1996 begannen Barbara Lehner und Antoinette Brem selber in der Schweiz Einführungskurse anzubieten. Mehrere Male konnte Sr. Mary John Mananzan für Vertiefungskurse in der Schweiz gewonnen werden. Im Auftrag des Fastenopfers hat Barbara Lehner im Jahre 2000 die Broschüre "Denken lernen wie ein Berg" verfasst. Diese zeigt durch Erfahrungsberichte und Hinweise zu Grundhaltungen auf, in welche Richtung sich die Shibashi-Bewegung in der Schweiz zu formen begann. Die Theologinnen Dorothea Egger, Barbara Lehner und Antoinette Brem haben in den letzten Jahren Shibashi in der Schweiz methodisch und inhaltlich weiterentwickelt und geprägt. Kontinuierlich haben sie in Vertiefungskursen ihr Wissen und ihre Begeisterung an Interessierte weitervermittelt.

Im Jahre 2004 führten Antoinette Brem und Barbara Lehner mit neun Frauen eine spirituell-politische Lernreise unter dem Titel "Shibashi, Ökofeminismus und Quellen des sozialen Engagements" in die Philippinen durch. Ein weiterer Höhepunkt folgte nur ein knappes Jahr später im April 2005 mit dem Besuch von Sr. Marimil Lobregat. Sr. Marimil verbindet Engagement und Spiritualität wie folgt: Sie arbeitet halbtags als Seelsorgerin in einem Sterbehospiz. Nachmittags unterrichtet sie im Qi Chinese Healing College in Sidney/Australien als Lehrbeauftragte verschiedene Taj Ji- und Qi Gong- Formen, sowie Akupunktur und chinesische Meridian-Lehre. Während ihres 2 ½ wöchigen Aufenthaltes in der Schweiz vermittelte diese Meisterin uns ihr Wissen und Können. Sie berührte uns mit ihrer Herzlichkeit und ermöglichte eine Vertiefung unserer Kenntnisse in fünf verschiedenen Kurseinheiten. Antoinette Brem, Barbara Lehner und Dorothea Egger Furter sind bei dieser Gelegenheit von Marimil Lobregat zu offiziellen Vertreterinnen ihres Care for Carers - Programms hier in der Schweiz ernannt und in ihrer Lehrtätigkeit als Shibashi-Lehrerinnen bestätigt worden.

Weitere Besuche von Sr. Marimil Lobregat folgten anfangs Sept. 2006, sowie Ende Mai/Anfangs Juli 2009. Wir erlernten dabei die Form des Fliessenden Shibashi und weitere neue Qi-Gong-Formen wie Yin- und Yang-Form der 5 Jahreszeiten, Harmonizing Heaven and Earth, Harmonizing the whole Being, spielerisches Wu Shu, Energy Greeting Movements und Wild Goose Qi Gong (Dayan Qi Gong).

Im Jahr 2010 ist Dorothea Egger aus der Netzwerkleitung zurückgetreten, um mehr Zeit und Raum für ihre persönliche Heilarbeit zu finden. Sie erteilt zur Zeit keine Kurse, ist aber weiterhin Mitglied des Netzwerks.


Shibashi Qi Gong weitergeben

Nach dem Erlernen der Bewegungsbilder des Shibashi in Einführungs- und Vertiefungskursen ist es wichtig, Shibashi über längere Zeit, mindestens zwei Jahre, zu üben, damit es seine wohltuende Wirkung auf Körper, Geist und Seele entfalten kann. Wer Shibashi Qi Gong selber weitervermitteln will, kann sich das Rüstzeug dazu in einer festen Weiterbildungsgruppe holen, die sich an insgesamt 10 Tagen, verteilt über etwas mehr wie ein Jahr regelmässig trifft. Diese Kurse werden von Barbara Lehner und Antoinette Brem regelmässig angeboten. Sie ermöglichen eine Vertiefung der Grundhaltungen und -formen des Shibashi sowie dessen Spiritualität und aller anderen von uns vermittelten Qi Gong-Kurzformen. Dazu bieten sie Austausch und Tipps zu methodischen Fragen.